Neuigkeiten

04.06.2021, 10:43 Uhr
#StehAuf! – Aktionstag der CDU gegen Antisemitismus
Besuch in der Gedenkstätte Lager Sandbostel
Anlässlich des Aktionstags gegen Antisemitismus, den die CDU Deutschlands ausgerufen hat, haben Selsingens Samtgemeindebürgermeister Gerhard und die Bürgermeisterkandidaten Stefan Imbusch und Marc Breitenfeld am 27. Mai die Gedenkstätte Lager Sandbostel besucht.
Selsingens Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kahrs (von links), Friedenpädagoge Michael Freitag-Parey, CDU-Bürgermeisterkandidat für Gnarrenburg Marc Breitenfeld Bremervördes CDU-Bürgermeisterkandidat Stefan Imbusch
Die antisemitischen Ausschreitungen in den vergangenen Wochen haben die CDU dazu veranlasst, einen deutschlandweiten Aktionstag unter dem Motto „Steh auf!“ zu initiieren. 
 
Die drei örtlichen Bürgermeisterkandidaten nahmen dies zum Anlass für eine Besichtigung der Gedenkstätte Lager Sandbostel und erfuhren dort u.a. von der unmenschlichen Unterbringung von etwa 9.500 KZ-Häftlingen, die Mitte April 1945 aus dem Konzentrationslager Neuengamme und seinen Außenlagern in Hamburg, Bremen, Meppen und Wilhelmshaven in Sandbostel ankamen. Das so entstandene KZ-Auffanglager hatte nur knapp zweieinhalb Wochen Bestand. Jedoch starben in diesem Zeitraum und auch in den ersten Wochen nach der Befreiung des Lagers durch die Briten ungefähr 3.000 Menschen an den katastrophalen Bedingungen. Auf diesem Hintergrund gaben französische Überlebende Sandbostel den Namen „le mouroir“, was so viel heißt wie „das Sterbelager“. Michael Freitag-Parey informierte die Politiker in diesem Zusammenhang darüber, dass man daran arbeite, die Wege von Brillit und Bremervörde nach Sandbostel neu in den Fokus zu nehmen. So stünde zunächst die ehemalige Wegstrecke der KZ-Häftlinge vom ehemaligen Bahnhof in Brillit nach Sandbostel. Hier sei u.a. eine Kooperation mit Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen der Oste-Hamme-Schule in Gnarrenburg angedacht. Gemeinsam mit ihnen, weiteren Gruppen und regionalen Künstlern wolle man diesen ehemaligen Weg der KZ-Häftlinge in den nächsten knapp zwei Jahren inhaltlich aufarbeiten. 
 
Kahrs, Imbusch und Breitenfeld dankten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gedenkstätte sowie den vielen Ehrenamtlichen für ihr Engagement und lobten die Arbeit: „Die Gedenkstätte ist sehr aktiv in der Bildungsarbeit und vermittelt den Besuchern, wohin Hetze und Gewalt führen. Sie ist zu einer wichtigen Einrichtung in unserer Region geworden und mahnt uns frühzeitig aufzustehen, wenn unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage gestellt wird. Wir bekennen uns zu unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und verurteilen die antisemitischen Vorfälle der letzten Wochen!“
 
Statement der CDU zum Antisemitismus 
Antisemitismus ist abscheulich – und leider augenblicklich auch wieder allgegenwärtig. Viele Deutsche jüdischen Glaubens und viele bei uns lebende Bürgerinnen und Bürger Israels werden beleidigt und bedroht, angefeindet und angegriffen. Auf der Straße und im Netz erleben sie Hass und Hetze. Das ist schmerzhaft und unerträglich – und eine gesellschaftliche sowie politische Herausforderung. Wir beziehen als CDU klar Stellung: Wir bekennen uns zu unseren jüdischen Freundinnen und Freunden. Antisemitismus und Aufrufe zum Kampf gegen Israel auf deutschen Straßen dürfen und werden wir nicht tolerieren. Das Existenzrecht Israels ist Staatsraison der Bundesrepublik. Aus unserer deutschen Geschichte ergibt sich diese besondere Verantwortung zum Schutz des Staates Israel. Sie gilt für alle Menschen in Deutschland. Diese Selbstverpflichtung schließt das Recht auf ein freies und sicheres Leben aller Jüdinnen und Juden in unserem Land ein. 
 
Jüdisches Leben ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Wir wollen ein lebendiges, aktives und öffentliches jüdisches Leben in Deutschland. Wir wollen, dass es im Alltag sichtbar ist. Wir verurteilen die antisemitische Hetze auf das Schärfste. Antisemitismus wird immer auf entschiedenen Widerstand der CDU treffen. Wir müssen und werden Antisemitismus ganz klar benennen, egal, woher er kommt. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ist als Grundlage für unser Zusammenleben nicht verhandelbar.